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Hintergrund Ausstellung | Digitaler Rundgang | Aktionstag

Die Galerie neurotitan zeigt in Kooperation mit der Fundación Augusto y León Ferrari Arte y Acervo vom 30. Juli 2021 bis zum 25. September 2021 die Ausstellung „León Ferrari – Reproducing Them Infinitely“.

31.07.2021 – 25.09.21

Reproducing Them Infinitely

Eröffnung am 30.07.2021

Die Ausstellung „León Ferrari – Reproducing Them Infinitely“ präsentiert Schlüsselwerke des argentinischen Konzeptkünstlers sowie unbekanntere, bisher noch nicht in Deutschland gezeigte, Arbeiten. Der Ausstellungsraum zitiert als Open Studio das Atelier Ferraris und lädt die Besucher*innen mit einem diversen Rahmenprogramm zur Interaktion ein.

León Ferrari gilt heute als einer der bedeutendsten Künstler Lateinamerikas des 20. Jahrhunderts. Seine Werke werden weltweit von renommierten Museen gesammelt und ausgestellt. „Reproducing Them Infinitely“ bezieht sich auf das Konzept des Künstlers, das die Möglichkeit der „unendlichen“ Reproduktion seiner Kunstwerke vorschlägt. Die Infragestellung von Urheberschaft und einer Hierarchie zwischen Original und Kopie prägt das Werk León Ferraris und ist das Leitthema der Ausstellung. In einem Ausstellungsprogramm, dass die Besucher*innen an den Wochenenden einlädt, Arbeiten des Künstlers durch Drucktechniken selbst zu vervielfältigen, wird das Ausstellungsthema direkt und inklusiv erfahrbar gemacht. Ziel der Ausstellung ist es, einen Resonanzraum des Lebenswerks Ferraris zu schaffen, an dem das Publikum unmittelbar teilhaben kann.

In Kooperation mit
Medienpartner
Unternehmensgruppe

Digitaler Rundgang

Aktionstag

In unserem Hinterhof entsteht in den nächsten Tagen ein neues Wandbild. Zum Internationalen Tag der Verschwundenen am 30. August entstehen Portraits von verschwundenen Personen an der Wand. Die Aktion wird in Kooperation mit der “Koalition gegen Verschwindenlassen” durchgeführt. 

Die Aktion findet begleitend zur Ausstellung „León Ferrari – Reproducing Them Infinitely“ statt. León Ferrari hat 1977 einen Sohn durch gewaltsames Verschwindenlassen verloren, die Familie ist anschließend nach São Paulo ins Exil gegangen.

Als “Gewaltsames Verschwindenlassen” wird die staatsterroristische, willkürliche Inhaftierung oder Entführung von Personen durch Regierungsbeamte oder durch organisierte Gruppen bzw. Privatleute, welche im Auftrag oder mit Duldung der Regierung handeln, bezeichnen. Jeden Tag verschwinden Menschen so auf der ganzen Welt spurlos. 

Am 30.8. werden Fotos der entstandenen Bilder als E-Mail versand, eine Anlehnung an Ferraris Werk “Electronicartes”. Hier könnt ihr euch dafür eintragen: https://gewaltsames-verschwindenlassen.de/newsletter

Alicia Raquel D’Ambra (Argentinierin) – Verschwunden 1976.


Über Alicia Raquel D’Ambra wissen wir, dass sie am 7.12.1976 in Argentinien verschwand. Mehr ist nicht bekannt..

 

 

Maximiliano Gordillo Martinez (Mexiko) – Verschwunden 2016

Der 18-jährige Maximiliano verschwand am 7. Mai 2016 während einer Busfahrt aus seiner Heimatgemeinde Socoltenango in den Bundesstaat Quintana Roo. Er nahm die Fahrt auf sich, um dort Arbeit zu suchen. Er geriet in eine Kontrolle der staatlichen Migrationsbehörde, und wurde an der Weiterfahrt gehindert. Die Behörden hielten ihn für einen Migranten aus Guatemala. Über Wochen und Monate blieb Maximiliano verschwunden. Anfang September 2016, vier Monate nach dem Verschwinden, gab das Menschenrechtszentrum Fray Bartolomé de las Casas in San Cristóbal überraschend bekannt, dass Maximiliano auf einer Baustelle auf der Halbinsel Yucatán erkannt und wieder nach Hause gebracht worden ist.

 

 

Ana Maria Ramirez Recino (El Salvador) – verschwunden 2007

Ana Maria war 12 Jahre alt, als sie aus El Salvador in die Vereinigten Staaten kam. Ihre Mutter Yolanda Ramírez war eine alleinerziehende Mutter, die mit einer Krankheit zu kämpfen hatte und daher nicht in der Lage war, für ihre Kinder zu sorgen. Sie konnte nicht Nein sagen, als ihre Tochter ausreisen wollte, um in den USA Arbeit zu finden. „Sie ging, um mir zu helfen“, so Ramírez. Und dann verschwand Ana María. Yolanda ist Teil der Karawane der Mütter verschwundener Migranten, die aus 25 Müttern, Schwestern, Töchtern und Liebhabern besteht, die aus Ländern wie El Salvador und Honduras nach Mexiko gereist sind, um nach ihren Verwandten zu suchen und auf die nach Ansicht von Befürwortern Zehntausende von Migranten aufmerksam zu machen, die auf ihrem Weg nach Norden in Richtung Mexiko und Vereinigte Staaten verschwunden sind. Die Karawane hielt in örtlichen Polizeistationen an und bat um Ermittlungen und arrangierte Treffen mit Politikern und Botschaftern, um mehr Schutz für Migranten zu fordern.

 

 

Jonas Joseph T. Burgos (Philippines) – verschwunden 2007

Mary Ann A. Burgos berichtet uns über das Verschwinden ihres Mannes Jonas Joseph T. Burgos. Er wurde am 28. April 2007 aus einem Restaurant in Quezon City entführt. Trotz der Bemühungen der Familie und von Menschenrechtsorganisationen hat niemand etwas von ihm gehört oder ihn jemals wiedergesehen.
Im Jahr 2013 erklärte der Oberste Gerichtshof der Philippinen Jonas Burgos zu einem Opfer des Verschwindenlassens und machte die philippinische Armee dafür verantwortlich. Dennoch ist bis heute niemand für dieses Verbrechen bestraft worden.

 

 

Caravana de Madres Centroamericanas

Seit 2004 kommen jährlich zahlreiche Mütter aus Honduras, Guatemala, El Salvador und Nicaragua als Caravana de Madres Centroamericanas zusammen, um ihre in Mexiko verschwundenen Kinder zu suchen. Initiiert wurde die Karawane vom Movimiento Migrante Mesoamericano (M3).
Allein zwischen 2004 und 2016 konnten die Karawanen bereits 269 verschwundene Kinder ausfindig machen. Neben der Spurensuche fordert die Karawane auch ein Ende der repressiven Migrationspolitik in Mexiko und den Vereinigten Staaten. Die deutlichste Botschaft wird allein durch die Anwesenheit der Mütter vermittelt. Ihre Anwesenheit macht die Abwesenheit tausender zentralamerikanischer Migranten auf den Straßen Mexikos plötzlich sichtbar.

Foto: © 2021 Henryk Weiffenbach

Das Wandbild wurde gestaltet von den Künstler*innen

Nele Konopka

entwickelt im Zusammenhang verschiedener Kollektive Wandbilder, Projekte und Videos mit einem Fokus auf die „Recht auf Stadt“ Bewegung. Nele ist an queeren Graffiti-Aktionen beteiligt und hat als Musikerin und Djane einen experimentellen Ansatz.

Sol Undurraga

arbeitet als Illustratorin in Berlin. Ihre Arbeiten werden durch die Agentur Pencil aus Spanien repräsentiert, und erscheinen unter anderem in Zeitungen wie El País, SZ Familie und NPRs Radio Ambulante USA. Ihre Bücher und Illustrationen wurden mehrfach ausgezeichnet, unter anderem auf der Kinderbuchmesse Bologna (Italien), Illustrationbiennale in Portugal, Guadalajara Buchmesse in Mexiko, NAMI Wettbewerb in Südkorea und bekam den Latin American Illustrator Award (New York). 

Tobias Morawski

ist Künstler, Kommunikationsdesigner und Autor. Tobias lebt und arbeitet in Berlin

 Foto: © 2021 Henryk Weiffenbach

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